Nachhaltiger Konsum

Konsum ist der Gebrauch und Verbrauch von Gütern. Er wird enkeltauglich, wenn er ...

„den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen" (Agenda 21, Rio de Janeiro 1992; Agenda 2030, United Nations)

Frau beim Einkauf
Als Konsumenten beeinflussen wir, welche Güter sich am Markt durchsetzen. © Yuri Arcurs/Fotolia

Jede und jeder trägt Verantwortung

Wir alle haben die Aufgabe, unseren Planeten mit seiner Schönheit und vielfältigen Funktionen für kommende Generationen zu bewahren. Doch nicht jedem scheint das bewusst zu sein. So verändert sich die Welt in schnellen Schritten: Ungleiche Ressourcenverteilung, soziale Armut, durch Klimawandel bedingte Naturkatastrophen und ein erschreckender Rückgang der meisten Tierarten prägen unsere Welt.

Dabei sind nicht nur die Produzenten der Wirtschaftsgüter, Banken, Handeltreibende, Wissenschaftler oder Politiker aufgerufen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Vor allem wir Bürger, die wir als "Konsumenten" täglich entscheiden, welche Güter sich am Markt durchsetzen können, sind wichtige Treiber des Wandels.

Umweltrisiken und soziale Aspekte müssen beim Kauf und bei der Nutzung von Produkten und Dienstleistungen berücksichtigt werden. Insbesondere in Deutschland fußt der Konsum auf sehr komplexen, oft globalen Produktionsprozessen und Lieferketten. Wir müssen lernen, unsere ökologischen und sozialen "Hinterlassenschaften" im Ausland zu erkennen und anzuerkennen.

Die Stiftung steht für ...

  • die Vermittlung zwischen Verbrauchern und Herstellern.
  • die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger, eigene Konsummuster zu überdenken und einen umweltverträglichen Haushalt zu führen.
  • die Förderung von nachhaltigem Konsum, um das nachhaltige Wirtschaften voranzubringen.

Weiterführende Informationen

Die Wertschöpfungskette

Nachhaltiger Konsum beeinflusst alle Phasen einer Wertschöpfungskette. Daher muss für die Beurteilung der Güte der Konsumgüter der gesamte Produktlebenszyklus bedacht werden. Entlang der Wertschöpfungskette können Emissionen und Ressourcenverbräuche usw. gemessen und beurteilt werden. Auf Grundlage solcher Berechnungen kann der "Ökologische Fußabdruck" oder "Ökologische Rucksack" ermittelt werden. Für jeden von uns. Für jedes Land. Für die ganze Erde. Daraus resultiert der sogenannte "Earth Overshoot Day".

Aber Vorsicht! Es gibt viele Handlungsweisen, die nachhaltig erscheinen, aber nur einen Teilaspekt betrachten. Der Aufruf „Kauft regionale Produkte!“ kann beispielsweise außer Acht lassen, dass regionale Äpfel, die im Herbst geerntet wurden, im Kühlhaus bei 1° Celsius gelagert werden müssen, damit sie Monate später noch frisch verkauft werden können. Einige Organisationen helfen hier, Licht ins Dunkel zu bringen, darunter "Der Nachhaltige Warenkorb" und andere.
Regionale Produkte haben nicht immer Vorteile.
Regionale Produkte haben nicht immer Vorteile. (Wikimedia Commons, gemeinfrei)
Sechs Bereiche des nachhaltigen Konsums

Konsum kann in diesen Bereichen erfolgen: Ernährung, Bauen & Wohnen, Mobilität, Tourismus, Textilien, Büro & Arbeit. Das Umweltbundesamt nennt die Bedarfsfelder Bauen & Wohnen, Mobilität und Ernährung als Hauptverantwortliche für die negativen Umweltfolgen des Konsums, nämlich 70-80 % (Umweltbundesamt 2015, „Konsum und Umwelt: Zentrale Handlungsfelder“).

Konsum kann zudem unterschiedlich ausfallen:

  • effizient (energie- und materialeffizient)
  • suffizient (Maß an Konsum, was lebenserhaltend ist, aber nicht gierig/ übermäßig/luxeriös)
  • nicht enkeltauglich

Enkelfreundlicher Konsum hat immer Anteile aus Suffizienz und Effizienz. Konsum, der lediglich auf effizient hergestellten Produkten und Dienstleistungen beruht, führt nicht immer zu einer Ressourceneinsparung. Grund dafür ist der Rebound-Effekt:

Alle Einsparungen von Energie und Material werden letztlich durch einen quantitativ höheren Konsum überkompensiert. So kann es passieren, dass durch Effizienzverbesserung das Produkt oder die Dienstleistung zu einem günstigeren Preis angeboten wird. Führt dies zu einer gesteigerten Nachfrage, haben wir bzw. die Umwelt nichts gewonnen (z.B. Trend zum Zweit- oder Dritt-Kühlschrank). Daher ist nachhaltiger Konsum nicht ohne eine Selbstregulierung möglich.

Fazit: Es muss die Rohstoffgewinnung, die Produktion, die Distribution und die Entsorgung berücksichtigt werden, damit ein enkeltauglicher Konsum gewährleistet werden kann. Dazu gehört die Beachtung der Energie- und Ökobilanzen des gesamten Produktlebenszyklus.

Wir erfüllen unseren Wunsch nach Mobilität auf Kosten der Umwelt. © Barbara Strojna, Fotolia
Wir erfüllen unseren Wunsch nach Mobilität auf Kosten der Umwelt. © Barbara Strojna/Fotolia

Konsumbeispiel: Textilien

Wir sind darauf trainiert, preiswerte Kleidung und einen schnellen Modezyklus ("Fast-Fashion") zu akzeptieren, in Teilen sogar zu favorisieren. Ausgeblendet werden dabei die Auswirkungen von Produktion, Handel und Entsorgung zu Lasten von Arbeitern, Umwelt, Klima sowie der Gesundheit derjenigen, die diese Kleider tragen.

Um enkeltauglichen Konsum zu fördern, müsste bei "Fast-Fashion" berücksichtigt werden, ...

  • dass die Arbeitnehmenden keinen gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen ausgeliefert sind.
  • dass ökologisch-sozial angebaute Grundstoffe wie Baumwolle oder Leinen verwendet werden. Außerdem müssten Umweltschäden oder Wasserübernutzung vermieden und keine Bleichmittel, Farbstoffe etc. eingesetzt werden.
  • dass es auch eine ökonomische Kompontente gibt. Die Erzielung von langfristig wirtschaftlichen Erträgen darf nicht nicht durch das Ruinieren der natürlichen Basisressourcen ad absurdum geführt werden.

Die "Slow-Fashion" dagegen berücksichtigt die oben genannten Wirtschaftsweisen.

Beispiele:

  • Kleidung, die aus Biostoffen oder recycelten Materialien zu kaufen ist
  • Gebrauchte Kleidung
  • Produkte von kleineren Labels, die lokal produzieren
  • Kleidung, die einfach länger hält und nicht so schnell aus der Mode kommt
Auch bei unserer Kleiderwahl spielt Nachhaltigkeit eine Rolle. Zum Beispiel können wir Kleidung aus ökologisch-sozial angebauten Grundstoffen wie Baumwolle bevorzugen.
Auch bei unserer Kleiderwahl spielt Nachhaltigkeit eine Rolle. Zum Beispiel können wir Kleidung aus ökologisch-sozial angebauten Grundstoffen wie Baumwolle bevorzugen. © Yanta/Fotolia

Konsumbeispiel: Gärtnern

Der nachhaltige Konsum spiegelt sich auch beim Gärtnern wider: So umfasst das Garten-Sortiment unter anderem torffreie Pflanzerde, schadstoffarme und recycelbare Produkte. Die Rudolf Müller Handelsmedien GmbH & Co. KG hat dazu eine Marktforschungsstudie mit dem Titel "Nachhaltige Gärten" veröffentlicht. Hier geht es zur Leseprobe. Dieses Beispiel zeigt gut: Nachhaltiger Konsum und biologische Vielfalt stehen in Zusammenhang!

Wer auch beim Gärtnern Wert auf Nachhaltigkeit legt, kauft torffreie Pflanzerde.
Wer auch beim Gärtnern Wert auf Nachhaltigkeit legt, kauft torffreie Pflanzerde. © Nicole Kwiatkowski Photography

Politischer Kontext

Die Weltbevölkerung wächst, die Ressourcen sind endlich. Wie kann zukünftig der Lebensbedarf von 9 Milliarden Menschen gedeckt werden? Ein erster Schritt, diese Frage zu beantworten, wurde 1992 gemacht. Die auf dem Weltgipfel von Rio 1992 verabschiedete Agenda 21 befasst sich unter anderem mit den Änderungen der Konsumgewohnheiten, die für eine nachhaltige Entwicklung unumgänglich sind und gibt Handlungsaufträge (sozial, ökologisch, ökonomisch) vor, um eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sicherzustellen.

Globale Regelungen

Im Jahr 2015 ist dieses Verständnis auch in den globalen Kontext gerückt. Mit der „Agenda 2030“ haben sich alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UNO) für eine bessere und nachhaltigere Welt ausgesprochen. In der Agenda 2030 wurden alle globalen Ziele im Sinne der Nachhaltigkeit (SDGs) zusammengefasst, in denen sie bis zum Jahr 2030 Verbesserungen möglich machen möchten.

Europäische Regelungen

Im Jahr 2001 hatte die europäische Kommission als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit eine "EU-Nachhaltigkeitsstrategie" verabschiedet. Die 26 Mitgliedsstaaten manifestierten damit ihre konkreten Ziele und Maßnahmen für ein nachhaltigeres Europa. In den Leitlinien der überarbeiteten "EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung", die im Jahr 2006 verabschiedet wurde, heißt es:

Die wichtigste Herausforderung besteht darin, unsere derzeitigen nicht nachhaltigen Konsum- und Produktionsmuster und den nicht integrierten Ansatz bei der Politikgestaltung schrittweise zu ändern.“

Unter dem Hauptziel „Umweltschutz“ zusammengefasst, soll es zur „Vermeidung und Verringerung der Umweltverschmutzung sowie Förderung nachhaltiger Produktions- und Konsummuster, um Wirtschaftswachstum und Umweltbeeinträchtigungen voneinander zu entkoppeln“ kommen. Details hier.

Erfolg:

Das Europäische Nachhaltigkeitsnetzwerk (European Sustainable Development Network – ESDN) wurde 2002 von europäischen Verantwortlichen gebildet und ist eine Anlaufstelle für alle, die sich für die Entwicklung, Umsetzung oder Auswertung von Nachhaltigkeitsstrategien interessieren. So werden Wissen, Kenntnisse oder Erfahrungen rund um das Thema nachhaltige Entwicklung auf europäischer Ebene ausgetauscht. Mehr unter: www.sd-network.eu

Nationale Regelungen

Die Bundesregierung hat im Jahr 2002 die „Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie " verabschiedet und 2016 voll überarbeitet. Unterschiedliche Institutionen sollen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren diese Strategie umsetzen. Wichtige Institutionen sind das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie das Umweltbundesamt (UBA). Das BMUB fasst die Ziele für den Nachhaltigen Konsum im "Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum" in fünf Pfeilern zusammen.

Politisch wichtige Akteure nachhaltiger Entwicklung in Deutschland sind:

Erfolge:

2002
Der Rat für nachhaltige Entwicklung initiiert einen "Nachhaltigen Warenkorb".

2012
Das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) regelt Ressourcenverteilung.

2013
Nationales Abfallvermeidungsprogramm wird verabschiedet; das Verbraucherportal "Umweltbewusst leben" des UBA wird aktiviert.

2015
Portal "siegelklarheit.de" wird initiiert, das über Umweltzertifikate und Labels informiert.

2017
Erstes Netzwerktreffen für nachhaltigen Konsum findet in Berlin statt; am Treffen nehmen verschiedene Akteure aus der nachhaltigen Entwicklung teil (mitunter wir als NGO, Verbände, Arbeitsgemeinschaften etc.). Außerdem wird das nationale Kompetenzzentrum für nachhaltigen Konsum eröffnet.

Die neue (grüne) Welle

Grün ist Trend - endlich bewegt sich etwas! Nicht nur im Supermarkt, auch in anderen Bereichen weht ein "frischer grüner Wind". Kleidertauschmärkte, ein eingeführtes Entgelt auf Plastiktüten oder das Angebot, klimaneutral Bahn und Bus zu fahren, sind nur einige Beispiele.

Sogenannte „LOHAS“ (Lifestyle of Health and Sustainability) treffen Kaufentscheidungen „auf Grundlage eines werteorientierten Verständnisses“  (www.lohas.de). Das Verhalten der LOHAS hat auch die neue Gründergeneration inspiriert, und so sprießen grüne Start-Ups vor allem in der Start-Up Hochburg Berlin nur so aus dem Boden. Der Green Economy Gründungsmonitor führte im Jahr 2014 aus, dass im Zeitraum der Jahre 2006 bis 2013 rund 170.000 grüne Unternehmen in Deutschland gegründet wurden. Alleine im Jahr 2014 wurden in Deutschland 21.500 neue Betriebe im Bereich der Green Economy gegründet (Green Economy Gründungsmonitors 2015).

Videos

NACHHALTIG BIO!

Kurzes Erklärvideo des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN) über die Vorteile von Bio-Lebensmitteln.

Kann denn Konsumieren Sünde sein?

hr-Magazin Horizonte vom 5. Mai 2012, im Interview der Sozialpsychologe und Direktor der gemeinnützigen Stiftung "Futurzwei", Prof. Dr. Harald Welzer.

Overkill - Von allem zuviel

Das Magazin nano spezial (3sat) über das Überangebot an Waren und die Kritik daran.

Mit öko-fairem Konsum die Welt verändern?

Podiumsdiskussion im Rahmen des McPlanet Kongresses 2012 der Heinrich-Böll-Stiftung, mit Tanja Busse (Autorin, "Die Einkaufsrevolution. Konsumenten entdecken ihre Macht"), Kathrin Hartmann (Autorin, "Ende der Märchenstunde. Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt") und Johannes Doms (Mitglied der Geschäftsleitung HiPP); Moderation: Kirsten Brodde (Greenpeace).

Konsumkompass: Erst nachdenken, dann kaufen

Kurz-Video der Verbraucherzentrale NRW mit Tipps, den eigenen Konsum nachhaltiger zu gestalten (2014).

Vermeidung von Plastik

Plastik, aus Erdöl gewonnen, spielt in unserer Gesellschaft eine große Rolle. Es ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, häufig aber verzichtbar. Ein witziger Beitrag zu diesem Thema ist der Kurzfilm "Think" (auf Englisch):

Websites

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Informationsangebot zum Nachhaltigen Konsum

Der Blaue Engel
Der Blaue Engel ist das von der unabhängigen Jury Umweltzeichen seit 1978 vergebene Umweltzeichen für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen. Über 12.000 umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen von rund 1.500 Unternehmen sind mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.

Der CO2-Rechner
Mit Unterstützung des Umweltbundesamtes haben das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH und avantTime Consulting GmbH den CO2-Rechner entwickelt. Er ermittelt den persönlichen Ausstoß an Treibhausgasen pro Jahr.

Der Nachhaltige Warenkorb
Der Nachhaltige Warenkorb des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) gibt Hilfestellungen im Alltag. Flyer zum Download finden Sie hier.

Die GemüseAckerdemie
Bei diesem Bildungsprogramm lernen Schüler den Gemüseanbau und die Vermarktung der Ernte. Schulen, Kitas und Sportvereine richten mit Unterstützung der GemüseAckerdemie Schulgärten ein, den die Kinder nach biologischen Richtlinien beackern.

Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.
Der 1985 gegründete Bundesverband engagiert sich für den ökologischen, gesundheitlichen und sozialen Verbraucherschutz. Als Lobby-Organisation für kritische Verbraucherinnen und Verbraucher tritt er für eine ökologisch und sozial verträgliche Produktion von Waren ein.

ecowoman.de
Ein "eco-Lifestyle-Magazin" mit vielen Tipps und Ratschlägen für ein nachhaltiges Leben und eine bessere Zunkunft. 

Forum Fairer Handel
Das Forum Fairer Handel ist das Netzwerk des Fairen Handels in Deutschland. Es möchte politischen Einfluss zugunsten seiner Handelspartner/innen im globalen Süden und Norden ausüben. Die Forderungen richten sich an die Politik und den konventionellen Handel – vor allem in Deutschland und in Europa.

Initiative EnergieEffizienz
Die Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energie-Agentur (dena) ist eine bundesweite Informations- und Motivationskampagne, die private Verbraucher, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen über Vorteile und Chancen der effizienten Stromnutzung informiert.

jugendhandeltfair
Internetplattform in kirchlicher Trägerschaft, die die Themen Fairer Handel und Fairer Konsum an Jugendliche vermitteln will und fair gehandelte Produkte auflistet.

Kampagne für Saubere Kleidung
Die Kampagne für Saubere Kleidung ist ein Netzwerk mit zwanzig Trägerorganisationen, das sich für bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie weltweit einsetzt. Zu diesem Thema werden auf der Website Materialien bereitgestellt und zu eigenem Engagement aufgerufen.

Label online
Internetportal der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. mit Informationen und Bewertungen zu Produkt-, Dienstleistungs- und Managementlabeln in Deutschland.

Lexikon der Nachhaltigkeit
Das Internet-Lexikon der Nachhaltigkeit mit vielen und umfangreichen Einträgen zu allen Aspekten der nachhaltigen Entwicklung ist seit 2002 online und wird von der Aachener Stiftung Kathy Beys unterhalten.

nachhaltig-einkaufen.de
Info-Website der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. mit einer Datenbank für einen "Unternehmens-Check" und Beispielen engagierter Unternehmen.

Oeko-fair.de
Oeko-fair.de ist ein Informationsangebot der Verbraucher Initiative e.V. und dient der Förderung nachhaltigen Konsumverhaltens, indem es über Produkte, Aktivitäten und Organisationen berichtet, die sich für ökologische, sozial gerechte oder öko-faire (Konsum-) Alternativen einsetzen.

Plastic Planet
Website zum Dokumentarfilm über das Ausmaß und die Auswirkungen unserer Abhängigkeit von Kunststoffen im "Plastikzeitalter".

Shareconomy: Teilen statt kaufen
n-tv-Sendung "Ratgeber Hightech" vom 27. Juli 2013 über das Teilen und das gemeinsame Nutzen von Wissen, Ressourcen, Erfahrungen und Kontakten als neue Formen der Zusammenarbeit.

Umweltbundesamt
Informationsangebot des Umweltbundesamtes (UBA) für Konsumenten

utopia.de
utopia.de ist eine Internetplattform mit Anregungen für einen alternativen Konsum. Die Utopia AG und Stiftung wollen dazu beitragen, dass Millionen Menschen ihr Konsumverhalten und ihren Lebensstil nachhaltig verändern.

Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)
Der vzbv ist die Dachorganisation von 41 Verbraucherverbänden – ein Bündnis für Verbraucherpolitik mit mehr als 20 Millionen Einzelmitgliedern. Er gehört zu den weltweit einflussreichsten unabhängigen Verbraucherorganisationen.

www.klimaretter.info/konsum
Aktuelle Nachrichten über nachhaltigen Konsum bei klimaretter.info.

123 praxisnahe Umwelttipps für Ihr Zuhause
Hier gibt es eine empfehlenswerte Zusammenstellung leicht umsetzbarer Umweltschutz-Tipps für den Wohnbereich und praktischer Do-It-Yourself-Ideen zum Nachmachen sowie ausführliche Hinweise zum adäquaten Verbrauch von Ressourcen als kostenlosen Download.

2000 m2
Teilt man die weltweite Ackerfläche durch die Zahl der Menschen erhält jeder 2000m². Was ist zu tun, damit alle genug haben?

Buchtipps

Dobelli, Rolf: Die Kunst des klugen Handelns. 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen. München: dtv, 2014.

Hofreiter, Anton: Fleischfabrik Deutschland. München: Riemann Verlag, 2016.

Lorenz, Herdolor; Franke, Leslie; Koppel, Gabriele (Hrsg.): Wer Rettet Wen? Die Krise als Geschäftsmodell. Das Buch zum Film: Analysen, Interviews, Alternativen. Hamburg: VSA: Verlag, 2015.

Sedláček, Tomáš; Orrell, David: Bescheidenheit. Für eine neue Ökonomie. München: Goldmann, 2014.

 

*** REZENSIONEN ***

Anton Hofreiter: Fleischfabrik Deutschland

München: Riemann Verlag, 2016, 256 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 9783570502020

Anton Hofreiter, Co-Vorsitzender der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen, beschreibt in seinem Buch „Fleischfabrik Deutschland – Wie Massentierhaltung unsere Lebensgrundlagen zerstört und was wir dagegen tun können“ die Auswirkungen, die profitorientierte Agrarindustrie auf die Gesundheit der Menschen und die Umwelt hat und welche Komplexität das Thema hat – von der regionalen bis zur globalen Ebene und wieder zurück. Er geht dabei u.a. auf den Einsatz von Antibiotika, die Wasserverschmutzung, den Klimawandel und die Artenvielfalt ein und erwähnt dabei auch die Rolle der Bienen im ökologischen Netzwerk. Er klärt über Missstände auf und zeigt die Absurdität auf, die ein allein profitorientiertes Denken hervorruft. Hier werden die Rechte von Mensch und Tier dem Profit untergeordnet und Gesellschaftsstrukturen beeinflusst.

Er zeigt aber auch Lösungsvorschläge auf, wie z. B. die Einführung eines Ampelsystems, und verdeutlicht, dass wir gesellschaftlich am Rande einer Klippe angekommen sind und wir uns nur durch die Abstinenz von Fleisch in eine nachhaltig gesunde Zukunft bewegen können. Für die Sammlung von Informationen über die Nahrungsmittelerzeugung begibt er sich auf eine Reise zu Sojaplantagen in Brasilien. Die Ergebnisse seiner Recherchen werden anschaulich, auch mit Bildern, beschrieben.

Das Inhaltsverzeichnis spiegelt nicht die Inhalte der Kapitel wider, was sich vielleicht durch die Vielzahl an Informationen und deren Komplexität erklärt. In dem Buch wird auch der Verbraucher und seine entscheidende Rolle angesprochen, allerdings fehlen Ansätze für die Aufklärung der Bevölkerung, wie z. B. die Vermittlung von nachhaltigem Konsum an Schulen und Arbeitsplätzen und die damit verbundene höhere Wertschätzung von Lebensmitteln. Auch der Einsatz der Medien für ein positives Weltbild ohne Fleischkonsum hätte ich mir gewünscht. Das Buch ist für all diejenigen interessant, die sich ein umfassendes Bild von den komplexen Strukturen und abhängigen Faktoren rund um den Fleischkonsum machen wollen.

Kathleen Freyer