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Politischer Kontext

Die Weltbevölkerung wächst stetig. Die Ressourcen auf unserem Planeten sind endlich. So ist es eine logische Konsequenz, dass auf Regierungsebene über diese Frage diskutiert wird. Wie kann zukünftig der Lebensbedarf von 9 Milliarden Menschen gedeckt werden?

Ein erster Schritt, um diese Problematik zu lösen, wurde bereits 1992 gemacht. Die auf dem Weltgipfel von Rio 1992 verabschiedete Agenda 21 befasst sich unter anderem mit den Änderungen der Konsumgewohnheiten, die für eine nachhaltige Entwicklung unumgänglich sind und gibt detaillierte Handlungsaufträge (sozial, ökologisch, ökonomisch) vor, um eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sicherzustellen.

Globale Regelungen

Im Jahr 2015 ist dieses Verständnis auch in den globalen Kontext gerückt. Mit der „Agenda 2030“ haben sich alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UNO) für eine bessere und nachhaltigere Welt ausgesprochen. In der Agenda 2030 wurden alle globalen Ziele im Sinne der Nachhaltigkeit (SDGs) zusammengefasst, in denen sie bis zum Jahr 2030 Verbesserungen möglich machen möchten.

Grafik die 17 Ziele der Agenda 2030
Die 17 globalen Ziele, die in der Agenda 2030 als Ziele der nachhaltigen Entwicklung zusammengefasst wurden (© United Nations/globalgoals.org)
Europäische Regelungen

Im Jahr 2001 hatte die europäische Kommission als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit eine "EU-Nachhaltigkeitsstrategie" verabschiedet. Die 26 Mitgliedsstaaten manifestierten damit ihre konkreten Ziele und Maßnahmen für ein nachhaltigeres Europa, u.a. gegen den Klimawandel und für saubere Energie, für den Schutz von natürlichen Ressourcen sowie für ökologisch nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster.

In den Leitlinien der überarbeiteten "EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung", die nach längerer Verhandlung am 16.06.2006 verabschiedet wurde, heißt es: „Die wichtigste Herausforderung besteht darin, unsere derzeitigen nicht nachhaltigen Konsum- und Produktionsmuster und den nicht integrierten Ansatz bei der Politikgestaltung schrittweise zu ändern.“  Unter dem Hauptziel „Umweltschutz“ zusammengefasst, soll es zur „Vermeidung und Verringerung der Umweltverschmutzung sowie Förderung nachhaltiger Produktions- und Konsummuster, um Wirtschaftswachstum und Umweltbeeinträchtigungen voneinander zu entkoppeln“ kommen.

Weitere Ausführungen der EU Strategie lassen sich hier nachlesen: http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Nachhaltige_Entwicklung/eu_nachhaltigkeitsstrategie_neu.pdf

 

Das passiert schon:

Das Europäische Nachhaltigkeitsnetzwerk (European Sustainable Development Network – ESDN) wurde 2002 von europäischen Verantwortlichen gebildet und ist eine Anlaufstelle für alle, die sich für die Entwicklung, Umsetzung oder Auswertung von Nachhaltigkeitsstrategien interessieren. So werden Wissen, Kenntnisse oder Erfahrungen rund um das Thema nachhaltige Entwicklung auf europäischer Ebene ausgetauscht.


Mehr Infos: www.sd-network.eu

Nationale Regelungen

Die Bundesregierung hat am 17. April 2002 die „Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie " verabschiedet und 2016 voll überarbeitet. Unterschiedliche Institutionen sollen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren diese Strategie umsetzen. Wichtige Institutionen sind das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie das Umweltbundesamt (UBA). Das BMUB fasst die Ziele für den Nachhaltigen Konsum im "Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum" in fünf Pfeilern zusammen:

  • Verbrauchern einen nachhaltigen Konsum ermöglichen, z.B. mehr Klarheit bei Umweltsiegeln schaffen
  • Nachhaltigkeit von der Nische zum Mainstream befördern, z.B. Erhöhung des Marktanteils von Bekleidung aus zertifizierten Prozessen
  • Teilhabe aller Bevölkerungsschichten am nachhaltigen Konsum, z.B. Weiterentwicklung der Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten
  • Lebenszyklus-Perspektive auf Produkte und Dienstleistungen anwenden, z.B. Nachhaltigkeitsbewertung globaler Wertschöpfungs- und Lieferketten
  • Vom Produktfokus zur Systemsicht und vom Verbraucher zum Nutzer, z.B. Unterstützung und Förderung von Konzepten und Geschäftsmodellen, die auf eine Verlängerung oder Wiederverwendung von Bekleidungstextilien abzielen, z. B. Upcycling-Mode und Änderungsateliers

 

Politisch wichtige Akteure nachhaltiger Entwicklung in Deutschland sind:

a) Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung

Als „Nachhaltigkeitskabinett“ vertretet er das Leitbild der Nachhaltigkeit im eigenen Regierungshandeln. Er vertritt das Leitbild "nach außen", indem sie politikübergreifende Strategien und Handlungsansätze entwickeln. Er ist verantwortlich für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Querschnittsthemen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie.

b) Rat für nachhaltige Entwicklung

Die Aufgaben des Rates sind vielfältig. Zum einen gehört die Entwicklung von Beiträgen für die Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie sowie die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten dazu. Zum anderen besteht die Aufgabe darin Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen.

c) Parlamentarischer Beirat nachhaltige Entwicklung

Er ist damit beauftragt, die nationale Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung dauerhaft zu begleiten, aber auch eigene Impulse in der Nachhaltigkeitsdebatte zu geben.

 

Das passiert schon:

Politisch konnten bis jetzt einige Ziele umgesetzt werden. Unter anderem sind die folgenden politischen Aktivitäten zu verzeichnen:

Grafik Ziele die bisher erreicht wurden
Politische Ziele, die bisher realisiert wurden, um einen nachhaltigen Kosmum zu fördern.