Geflüchtete in Grünen Berufen. Stärken. Lernen. Integrieren.

Ziel des von der Allianz Umweltstiftung geförderten Projekts (Laufzeit: März 2016 bis Februar 2017) war es, einen Beitrag zur Förderung der Integration von Geflüchteten zu leisten. Die Integration fand in den Bereichen Arbeit und Sprache mit dem thematischen Fokus "Biotoppflege" statt. Die Geflüchteten waren in der Grünflächen- und Landschaftspflege praktisch tätig und konnten im Dialog mit ihren deutschen Arbeitskollegen ihre Sprachkenntnisse verbessern. An diese einjährigen Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge schließen sich im besten Fall berufsbezogene Praktika oder sogar berufliche Tätigkeiten in "grünen" Unternehmen an.
Eine detaillierte Projektbeschreibung findet sich hier (PDF).

Die Arbeitsgelegenheiten wurden von der Stiftung für Mensch und Umwelt in zwei unterschiedlichen städtischen Kontexten mit vor Ort ansässigen Kooperationspartnern durchgeführt:

"Naturhof Malchow" (Berlin-Lichtenberg)

Naturhof Malchow: Landschafts- und Biotoppflege

Auf dem Naturhof Malchow kamen vom 13. April bis 7. September 2016 im Rahmen des Projektes bis zu acht Flüchtlinge zum Einsatz. Ziel war es, ihnen einen möglichst umfangreichen Eindruck von den vielfältigen Arbeiten des Betriebes zu vermitteln. Die Flüchtlinge wurden von einem Betreuer vor Ort eingewiesen, geschult und bei der Arbeit angeleitet.

Module:

  • Pflege von Hecken und Streuobstbeständen, Wiesen- und Weideflächen, Weidezäunen u.a.m.
  • Verwendung von Arbeitsgeräten sowie Schulung an Motorsense und Balkenmäher


Veranstaltungen:

  • Im Rahmen der Veranstaltung "Woche der Umwelt", die am 7. und 8. Juni 2016 im Schloss Bellevue stattfand, haben die Projektteilnehmer Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt getroffen. Frau Schadt ist auch die Schirmherrin unserer Initiative Deutschland summt!.

 

Der Naturhof Malchow

Der Hof (Baujahr 1898) wird vom Förderverein Naturschutz Berlin-Malchow geführt. Die Naturschutzstation liegt im östlichen Berliner Bezirk Lichtenberg. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt und wird ehrenamtlich von einem Vorstand geführt. Die Aufgaben, die durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Naturhof Malchow übernommen werden, sind sehr vielfältig. Insgesamt betreut die Naturschutzstation Malchow eine Fläche von 140 Hektar.
Der Naturschutzstation Malchow angeschlossen sind das Naturschutzzentrum Schleipfuhl und das Umweltbüro Lichtenberg. Der Verein beschäftigt 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zusammen bieten die drei Einrichtungen jährlich 65 verschiedene Veranstaltungen an, die von rund 30.000 Personen genutzt werden.
Die Naturschutzstation ist in den Bereichen Umweltbildung, ökologische Landwirtschaft, Biotop- und Artenschutz, Naturschutz- und Umweltberatung sowie Landschaftspflege tätig. Das Storchencafé und ein Hofladen bieten viele selbst erzeugte Produkte an. Sie stammen zum Teil aus der Bewirtschaftung der eigenen Heckrinder und Schottischen Hochlandrinder sowie von der eigenen Streuobstwiese.

Kontakt:
Frau Beate Kitzmann
Naturschutzstation Malchow
Dorfstraße 35, 13051 Berlin

www.naturschutz-malchow.de


In einem kurzen Artikel (PDF) in der Zeitschrift "echt" beschreibt der Projektmitarbeiter und Öko-Bundesfreiwilligendienstleistende Pierrick Jacob das Projekt und seine Aufgaben darin.

Amt für Tiefbau und Grünflächen der Stadt Ludwigsburg

Technische Dienste Ludwigsburg: Grünpflege

Bis zu sechs Flüchtlinge, die entweder bereits als asylsuchend anerkannt sind oder große Chancen darauf haben, erhielten bei der Stadt Ludwigsburg eine Beschäftigung im Sinne der Hinführung an eine berufliche Tätigkeit. Einsatzfelder in Ludwigsburg waren die Pflege der städtischen Grünflächen sowie von Sport- und Kinderspielplätzen.

Bericht über das Projekt (Allianz Umweltstiftung)


Am 1. Juni 2016 startete das Flüchtlingsprojekt in Ludwigsburg mit einem Kennenlern-Treffen in den Räumlichkeiten der Technischen Dienste, Heilbronner Straße.

 

 

Eine Einsatzgruppe der Technischen Dienste Ludwigsburg mit Amine Yousef aus Algerien (3. von links) und Vorarbeiter Veli Ural (2. von rechts).

 

Foto: Peter Wilde

Projektbeteiligte und -initiatoren
von links nach rechts, vorne: Shahira Shaaban, Habib Naziri, Musa Khalil und Amine Yousef; hinten: Sascha Seidler, Thomas Kaltwasser, Prof. Dr. Reiner Vogg, Cornelis F. Hemmer, OB Werner Spec, Dr. Lutz Spandau und Mandy Dietz.

 

Foto: Stiftung für Mensch und Umwelt

Am 1. November 2016 hielten Filmaufnahmen die Arbeiten der Flüchtlinge im Ludwigsburger Projekt fest. Das Kamerateam aus Mainz war von dem Engagement aller Beteiligten schwer begeistert. Hier funktioniert Integration in die Ludwigsburger Gemeinschaft.
Das Foto zeigt zufriedene Gesichter, von links nach rechts: sitzend: Mohamed Amine Yousef (Algerien), Musa Khalili (Afghanistan), Khoda Bakhsh Haidari (Afghanistan); stehend: Shahira Shaaban (Dolmetscherin, Stadt Ludwigsburg), Murad Hawani (Afghanistan), Prof. em. Dr. Reiner Vogg (Projektleiter, Stadt Ludwigsburg), Habib Zaziri (Afghanistan), Janina Hebe (Redaktion Macondo) und Cornelis Hemmer (Gesamtprojektleiter, Stiftung für Mensch und Umwelt)

Logo Stadt Ludwigsburg

 
Projektpartner vor Ort:
Leitung des Teams Flüchtlingsarbeit

Mandy Dietz
Stadt Ludwigsburg - Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement und Soziales
Obere Marktstraße 1
71634 Ludwigsburg

Tel.: 07141 910-3693
E-Mail:

Leitung der Abteilung Grünpflege
Thomas Kaltwasser
Stadt Ludwigsburg - Fachbereich Technische Dienste
Heilbronner Straße 37
71634 Ludwigsburg

Tel.: 07141 910-2867
E-Mail:

Projektleiter Flüchtlingsarbeit
Prof. Dr. Reiner Vogg
mobil: 0151 4417270
E-Mail:

Gesamtprojektleiter Flüchtlingsarbeit
in Ludwigsburg und Berlin-Malchow

Cornelis Hemmer
Stiftung für Mensch und Umwelt
Hermannstraße 29
14163 Berlin
Tel.: 030 394064-314
mobil: 030 12095405
E-Mail:

 

Ein weiteres von der Allianz Umweltstiftung gefördertes Projekt in Eberswalde wurde von uns begleitet:

Projekt "Perspektive Natur" der Stiftung WaldWelten Eberswalde

"Perspektive Natur" der Stiftung WaldWelten Eberswalde

Das Projekt "Perspektive Natur" soll benachteiligten Jugendlichen aus Deutschland und Flüchtlingen berufliche Perspektiven eröffnen, die sich auf den Lebens- und Arbeitsraum Wald beziehen. Über den Zeitraum von einem Jahr lernen junge Erwachsene ohne Schulabschluss "grüne" Berufe kennen und probieren sich in der Forstwirtschaft, der Zimmerei und Tischlerei sowie im Garten- und Landschaftsbau aus. Die Jugendlichen erwerben handwerkliche Qualifikationen aus unterschiedlichen Berufsbildern im Lernort Wald. Neben dem Erwerb von Fachwissen und Schlüsselkompetenzen werden die Teilhabe an der Gesellschaft bzw. die Eingliederung aktiv gefördert. Durch die Kooperation mit lokalen und regionalen Betrieben soll der Einstieg in den Beruf bzw. in eine Berufsausbildung erleichtert werden.

Die Teilnehmer lernen Arbeitsprozesse an ganz konkreten Objekten und Orten wie dem Stiftungswald, dem Forstbotanischen Garten oder dem historischen Forstschreiberhaus kennen. Dabei werden sie von erfahrenen Handwerkern, Forstwirten und einem Sozialpädagogen in ihrer fachlichen und persönlichen Entwicklung begleitet.

Das Projekt startete im Oktober 2015. Von 2015 – 2019 finden vier jeweils einjährige Durchgänge statt.

Das Projekt wird durch eine Steuerungsgruppe in enger Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Barnim, dem Landkreis Barnim sowie Unternehmensverbänden weiterentwickelt.

 

Projektbroschüre

Die im Projektverlauf gesammelten Erfahrungen wurden ausgewertet und in einem Wegweiser für Gemeinden, Kommunen und gemeinnützige Organisationen zusammengefasst, der von der Allianz Umweltstiftung herausgegeben wird.

Zur News-Meldung über die Broschüre

Direkter Link zur Broschüre

Artikel über das Projekt aus dem Magazin
zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2017
(PDF)

 
Der Artikel "Flüchtlinge für die 'Grünen Berufe' interessieren" in "Deutsche Baumschule", Heft 12/2016, beschreibt das Projekt und seine Ergebnisse. Eine Kurzbeschreibung des Projektes findet sich in der Projektdatenbank des Netzwerks Ländliche Räume.

Projektpräsentationen auf Tagungen:

ANU-Tagung in Rostock (MV) am 17.11.2016

Projektbericht auf ANU-Fachtag "Umweltbildung mit Geflüchteten"
Am 17. November 2016 berichtete Cornelis Hemmer auf dem ANU-Fachtag "Umweltbildung mit Geflüchteten" in Rostock über die Erfahrungen aus dem Projekt (PowerPoint-Präsentation zum Vortrag) und leitete einen Workshop zum Thema, in dem in einem Erfahrungsaustausch Hindernisse und Chancen in der Arbeit mit Geflüchteten reflektiert wurden.

Akademie in Beuren (BW) am 27.04.2017
Foto vom Tagungsraum

Projektbericht auf der Fachtagung "Meine Heimat, Deine Heimat, unsere Umwelt - Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung ein Schlüssel zur Integration" der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg
Am 27. April 2017 berichtete Cornelis Hemmer auf der Fachtagung für Flüchtlingsbeauftragte, Vertreter von Kommunen und den Verbänden in Beuren, Landkreis Esslingen, über das Projekt (PDF der Vortragsfolien).

BfN-Tagung auf Vilm (MV) vom 27. bis 30.06.2017

BfN-Tagung mit Beteiligung der Stiftung für Mensch und Umwelt
Das Bundesamt für Naturschutz hatte in Zusammenarbeit mit der NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. und der Natur- und Umweltschutzakademie des Landes Nordrhein-Westfalen zu einer Fachtagung mit dem Thema "Naturschutz für alle – Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge" eingeladen. Dieser Tagung vom 27. bis 30. Juni 2017 folgten 36 Experten aus ganz Deutschland auf die Insel Vilm.

Die Stiftung für Mensch und Umwelt war vertreten durch Cornelis Hemmer, der von seinen Erfahrungen aus dem Projekt "Geflüchtete in Grünen Berufen. Stärken – Lernen – Integrieren" berichtete (hier die Folien der Präsentation). Es fiel auf, dass besonders viele Projekte mit geflüchteten Kindern durchgeführt werden. Es wurden nur wenige Projekte zur Arbeit mit Erwachsenen vorgestellt.

Auf der Tagung wurde ein Thesenpapier (PDF) erarbeitet, das auch in der Zeitschrift "Natur und Landschaft" veröffentlicht wurde.

Aus den Präsentationen der Referenten wurde ein Reader erstellt, der als BfN-Skripten 499, 2018 (PDF, 8,3 MB) erschienen ist.

ANU-Tagung in Würzburg (BY) am 21./22.11.2017

ANU-Tagung in Würzburg (BY) am 21./22.11.2017

Die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung veranstaltete am 21./22. November 2017 eine Bundestagung zum Thema "Natürlich bunt & nachhaltig - Integration geflüchteter Menschen durch Umweltbildung".
Cornelis Hemmer berichete im Workshop "Berufliche Qualifitierung in Umweltberufen und im Naturschutz" von seinen Projekterfahrungen. Mit über 110 Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer aus ganz Deutschland war der Zuspruch erfreulicherweise sehr groß.
Programm (PDF), PPT-Präsentation von Cornelis Hemmer (PDF),
Protokoll Forum 2 der Tagung (PDF)

 
Kontakt:

Cornelis Hemmer (Projektleitung)
Tel.: 030/394064-314

 

Das Projekt wurde gefördert durch die

 

Weitere Flüchtlingsprojekte im Bereich Naturschutz und Grünflächen in Deutschland

München summt! - Brücken bauen mit Bienen
Auch die Stadtinitiative München summt! engagiert sich mit einem Projekt für die Integration von Flüchtlingen. Im Wohnprojekt für Flüchtlingsfamilien und unbegleitete junge Erwachsene in der Baldurstraße, München, wird gemeinsam geimkert und gegärtnert.

"Über den Tellerrand imkern"
Diese Berliner Initiative will durch gemeinsames Imkern den Austausch zwischen Deutschen und Geflüchteten fördern und damit den Grundstein zur Integration legen: menschliche Begegnung auf Augenhöhe. Ziel ist es, eine Plattform für Imker und an der Bienenzucht interessierte Deutsche und Flüchtlinge zu schaffen, um gemeinsam Bienen zu halten, sich besser kennen zu lernen und Spaß zu haben.

"Gemeinsam Boden gewinnen"
Mit diesem Projekt möchte der Landesbund für Vogelschutz (LBV) junge Menschen, die in München zu Hause sind, und junge Menschen, die dorthin geflohen sind, vernetzen. Ziel ist es, gemeinsam Boden zu gewinnen, im wörtlichen und im übertragenen Sinn. Ein Interview dazu finden Sie hier.

BUNT-Projekt 2016 - Interkulturelle Küche aus regionalen Gärten
Bereits seit 2012 gärtnern junge Flüchtlinge in einer Parzelle des Wabengartens am Ökologischen Bildnungszentrum München (ÖBZ). Das selbstgezogene und geerntete Gemüse wird dann für gemeinsame Mahlzeiten verkocht. In diesem Jahr begleiten die Jugendlichen das Projekt auch direkt mit einem eigenen Blog im Internet. So entsteht eine Sammlung von Erfahrungen, Rezepten und vielen bunten Gerichten.

Umweltbildung mit Flüchtlingen
"Integration geflüchteter Menschen durch Umweltbildung - Qualifizierung, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit für außerschulische Bildungsanbieter" heißt ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung, des Dach- und Fachverbands der Umweltbildungseinrichtungen und der Akteure der Umweltbildung in Deutschland. Das Projekt ist Teil des Sonderprogramms "Umwelt und Flüchtlinge" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die Förderung der DBU erfolgt 20 Monate lang vom 31. Mai 2016 bis 31. Januar 2018. Mit dem Projekt werden die Potenziale der Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bei der Integration von Menschen auf der Flucht und Asylsuchenden sichtbar gemacht.

MiNaturA - Migranten im Naturschutz auf der Alb
Von September 2015 bis August 2016 lief das Projekt MiNaturA (Migranten im Naturschutz auf der Alb). In Ehingen, Metzingen und Münsingen sollten Menschen mit Migrationshintergrund, Naturschutzakteure und zertifizierte Partner des Biosphärengebiets für die Entwicklung und Umsetzung von Praxisprojekten vor Ort zusammengebracht werden. Ziel war es, die Akteure im Biosphärengebiet Schwäbische Alb miteinander in Kontakt zu bringen und ein Netzwerk zu bilden. Mit diesem Netzwerk sollten gemeinsam Kleinprojekte und Aktivitäten für den Natur- und Umweltschutz geplant und umgesetzt werden. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit von der Geschäftsstelle Biosphärengebiet und dem Paritätischen Bildungswerk LV Baden-Württemberg e.V. durchgeführt und aus Mitteln der Allianz Umweltstiftung ermöglicht.